| Filmberichte.net | ||||||
|
|
||||||
Der Krieg des Charlie Wilson
Tom Hanks, Philip Seymour Hoffman und Julia Roberts in einer Polit-Satire von Mike Nichols. 1980: Charlie Wilson (Hanks), seines Zeichen Kongressabgeordneter und ein lebensfreudiger Kerl, verbringt gerne seine Zeit mit Partys, Im Februar 2008 erschien der Film hierzulande im Kino und ging vollends unter. Ob das an fehlenden Werbemaßnahmen oder dem desinteresse an Politikfilmen in unserer Zeit liegt ist mir nicht ganz klar. Er ist nicht der einzige solcher Machart der kaum Beachtung erhielt. Wie dem auch sei, Der Krieg des Charlie Wilson glänzt nicht mit der auf Tatsachen beruhenden Story, sondern mit seinen Klasse Darstellern. Tom Hanks spielt seine Rolle mit bravour. Das muss er auch, denn sonst wäre er von der genialen Darstellung P.S. Hoffmans an die Wand gespielt worden, der hier ein dickes Extralob von mir bekommt. Julia Robert als Nebendarstellerin verschwindet sogar etwas in den Hintergrund und man könnte sagen das sie nur rein optischer präsenz ist. Jeder der denkt Politikfilme sind langweilig und öde sollte einen Blick hier rein riskieren und sich eines besseren belehren lassen. 8 von 10 Punkten. Gomorrha - Reise ins Reich der Camorra Matteo Garrone's Mafiadoku-drama mit Salvatore Abruzzese, Simone Sacchettino und anderen unbekannten Akteuren. Toto lebt in einem verarmten und heruntergekommenen Viertel in Süditalien. Zusammen mit seinem Freund träumt er davon einmal groß für die regionale Mafia arbeiten zu können. Bei einer Razzia hilft er dortigen Mafiosi, in dem er beweismaterial verschwinden lässt und später wieder ihnen übergibt. Als dank dafür übergibt ihm der Clan einen kleinen Job... Don Ciro ist Buchhalter. Er macht seinen Job seit über 20 Jahren mit spaß und loyalität. Doch in letzter Zeit mehren sich die Beschwerden das das 'schweigegeld', die er den leuten überbringt, weniger und weniger wird und ihnen nicht zum leben reicht. Da wird Don Ciro zur Zielscheibe... Marco und Ciro sind zwei Halbstarke die gerne groß rauskommen wollen. Da Ihnen der ansässige Boss allerdings nichts zutraut, beginnen sie auf eigene Faust loszuziehen und beklauen selbst das Oberhaupt des Clans. Lange bleibt das nicht unentdeckt... Das sind nur drei Geschichten die sich den Film über erstrecken. Die Verfilmung des gleichnahmigen Romanes von Roberto Saviano glänzt mit einer authentischen Inszenierung die ihresgleichen sucht. Das liegt auch daran das sowohl an Originalschauplätzen gedreht wurde, als auch mit 'Originalpersonen', sprich der großteil der Schauspieler wurde vor Ort gecastet. Hier braucht es keine Hollywoodgrößen ala De Niro oder Pacino. Sie wären so gar fehl am platze gewesen. Die Geschichten der einzelnen Episoden laufen nebeneinander her und sind hervorragend erzählt. Das triste Bild mit öden Landschaften, heruntergekommenen Betonbauten und den dort lebenden Charakteren trägt zur Atmosphäre und der Authentität bei. Ein brisantes Werk, hervorragend in Szene gesetzt das uns die 'Camorra' Mafia näher bringt. Wer keinen Hollywoodfilm ala Goodfellas oder Der Pate erwartet wird hier seine Freude haben. 9 von 10 Punkten. James Bond 007 - Casino Royale
21. Teil der Bond Reihe von Martin Campbell mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Judi Dench und Jeffrey Wright. Bond erhält den Auftrag einen Bombenleger lebend zu fassen und ihn zu Verhörzwecken zu MI6 abzuliefern. Doch der Job läuft mächtig schief. Auf eigene Faust ermittelt nun 007 weiter und stößt dabei auf die Spur des Pokerspielers LeChiffre, der dringend Geld gewinnen muss für terroristische Machenschaften seiner Partner. Im 'Casino Royale' beruft er eine besondere Pokerrunde ein mit hohem Einsatzfaktor. Ganz klar das auch Bond mitmischen will und so wird ihm die hübsche Schatzmeisterin Vesper Lynd zur Seite gestellt, die sich um die 'Spielgelder' kümmert, welche von der Regierung dafür zur Verfügung gestellt wurden...mehr sei hier nicht weiter zur Story verraten. 'Casino Royale' ist komplett anders als die bisher gewohnten 007-Filme. Das fängt bereits beim Intro an, welches volkommen untypisch in schwarz-weiß beginnt. Daniel Craig verkörpert James Bond als harten und kompromisslosen Charakter. Eine 360 Grad Wendund im wohl berühmtesten Agentenuniversum. Weder steht er auf maßgeschneiderte Anzüge, noch auf 'Martini's' ( Auf die Frage ober seinen Martini geschüttelt oder gerührt möchte, entgegnet er sogar 'ob einem wie ihn wohl sowas interessieren würde' ). Dasselbe gilt für die berühmten Gimmicks oder seinem Auto, hier wird auf alles verzichtet was der Bondfan gewöhnt ist. Würde man den Titel und Charakter 'James Bond' weglassen, schätze ich das kaum einer den Film mit der Reihe in Verbindung bringen würde. Man könnte ihn z.b. problemlos mit einem 'Jason Bourne' ersetzen. Als Agententhriller unterhält er allerdings bestens, spannend inszeniert bis zum schluss. Mit ein klein wenig mehr 'Bond'-Feeling, hätte ich eine höhere Wertung abgegeben. 7 von 10 Punkten. Ananas Express
Seth Rogen, James Franco und Danny R. McBride in einer wunderbar leichten Kiffercomedy von David Gordon Green. Dale hat einen easy Job: mit einer ganzen Ladung an Verkleidungen im Kofferraum überbringt er als Bote Gerichtsvorladungen. Zwischen seinen Runden hat er immer Zeit sich gemütlich einen Joint reinzuziehen und sich bei seiner deutlich jüngeren Freundin in der Schule blicken zu lassen. Ähnlich einfach hat es Saul. Er ist nämlich Dealer und braucht den ganzen Tag lang nichts weiter zu tun als auf seine Kunden zu warten, so wie Dale es einer ist. Die beiden Freunden sich an und erstmal wird natürlich gemütlich gekifft. Als Dale später seiner Arbeit wieder nachgeht, beobachtet er einen Mord. Und so fängt das ganze Katz und Maus Spiel an... Sprüche und aberwitzige Situationen sind hier Gang und Gebe. Gepriesen mit einer guten Portion Action und den beiden herrlichen Hauptdarstellern macht der Film jede Menge Spass, auch ohne das man selbst zugedröhnt ist. Mcbride als 'Mittelsmann' taucht zwischendrinn immer wieder auf und sorgt für weitere gute Laune. 8/10 Punkten Cleaner
Samuel L. Jackson, Ed Harris und Eva Mendes in einem Thriller von Renny Harlin. Tom Cutler(Jackson) hat einen sehr außergewöhnlichen Beruf: Der ehemalige Polizist gehört zu den Leuten die nach einem Todesfall die Wohnung der Angehörigen vom Blut und den Resten der Verstorbenen säubert nachdem die Leiche weggebracht worden ist. Nichtsahnend nimmt er den nächsten Job an: er muss einen Tatort säubern wo vorher ein Mord passiert ist. Nach getaner Arbeit stellt er allerdings fest, das der Auftrag anonym erteilt wurde und nun sieht er sich selbst in die Tat involviert. Er nimmt Kontakt zu seinem altem Partner Eddie (Harris) auf und bittet um Hilfe, die Tat zu ergründen. Auch die Frau des Opfers Ann (Mendes) schaltet sich ein und Tom endteckt bald darauf eine Intrige auf oberster Ebene.... 'Cleaner' kam als Direct-to-Dvd Produktion raus. Die Einführung des Charakters Tom und dessen arbeit ist wirklich gelungen. Samuel Jackson spielt souverän gut und mit Eva Mendes an seiner Seite hat der Zuschauer auch was schönes zu betrachten. Ed Harris glänzt ebenfalls in seiner Rolle. Das Ende enttäuscht aber leider, was den Einstieg in die hohen Punkte verwehrt. 7 von 10 Punkten. So finster die Nacht
Tomas Alfredson's Horrordrama mit Kåre Hedebrant und Lina Leandersson. Oskar ist zwölf Jahre alt. Seine Eltern sind geschieden, von der Mutter erfährt er kaum Nähe und Geborgenheit, den Vater sieht er viel zu selten. In der Schule ist er ein Außenseiter, der immer wieder Opfer von Hänseleien und kindlicher Gewalt wird. Oskar flüchtet sich in seinem Inneren und denkt sich in der Einsamkeit seiner Umgebung Rachefantasieren aus. Mit der gleichaltrigen Eli, die zusammen mit einem älteren Mann in die Wohnung gegenüber eingezogen ist, freundet er sich langsam an. Das Mädchen ist seltsam, sie sitzt in Unterwäsche draußen in der Kälte ohne zu frieren und taucht immer nur Nachts auf. Bald findet Oskar heraus das Eli ein Vampyr ist und wegen ihres Blutdurstes verantwortlich für die Morde in der Umgebung ist. Es macht ihm nichts aus, hat er doch in ihr eine Freundin gefunden... So finster die Nacht basiert auf dem gleichnamigen Roman von John Ajvide Lindqvist. Ich habe das Buch nicht gelesen und kann deswegen nichts zur Qualität der Verfilmung im Vergleich zum Werk des Autors sagen. Dieses Horrordrama besticht mit einer der schönsten Geschichten die ich zu sehen bekommen habe. Man leidet mit Oskars Traurigkeit und Einsamkeit mit, hat Verständniss für sein Verlangen nach Rache. In den Szene wo er mit Eli zusammen ist, schleicht sich ein warmes Gefühl an. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Gewaltszenen wenn der Blutdurst des Vampyrs geweckt wird. Blutig geht es zur Sache ohne das es dabei in Gore und Splattereffekte endet. Der Zuschauer wird eher dadurch geschockt, weil es sich um ein kleines Mädchen handelt, welche diese Taten vollbringt. Zum einen ist man entsetzt darüber, zum anderen tritt ein Mitgefühl mit diesem Geschöpf nach außen. Die Darstellerleistung der beiden Kinderschauspieler ist hier besonders hervorzuheben wobei Lina Leandersson ein klein wenig mehr heraussticht. Ein ruhig erzähltes Horrordrama mit viel Gefühl und einer guten Prise Melancholie. Sehr eindringlich gespieltes Werk das einem in Erinnerung bleibt. Der um längen bessere Vampyrfilm als sein Artgenosse 'Twilight'. 9 von 10 Punkten. First Snow
Guy Pearce im Thriller-Drama von Mark Fergus. Mitten in der Wüstenhitze Amerikas: der Verkäufer Jimmy Starks erleidet eine Autopanne in der Nähe eines kleinen Ortes. Was für ein Glück das eine Werkstatt vorhanden ist, die Reparatur allerdings dauert bis zum Abend. Um sich die Zeit zu vertreiben nimmt er die Dienste des örtlichen Hellsehers Vacaro an, der ihm später nach der Sitzung offenbart er sei sich seines Lebens sicher bis der erste Schnee fällt. Anfangs skeptisch und amüsiert über die Fähigkeiten des Orakels, wird Jimmy Starks mit unerklärlichen Zufällen konfrontiert die ihm vorhergesagt wurden. Er beginnt dem ganzen zu glauben... Fergus inszeniert seinen Film mit einer Ruhe die den Zuschauer von Beginn an in seinen Bann zieht. Ohne großes 'TamTam' erzählt er die Geschichte des Charakters Jimmy Starks, die nach und nach in sich zusammenfällt und langsam von der Paranoia eingenommen wird. Hier liegt auch die Hauptstärke des Films, das Schauspiel von Guy Pearce ist stark und Glaubwürdig. Zwar ist seine Figur Anfangs schmierig und selbstverliebt, doch mit der Zeit nimmt der Zuschauer Anteilnahme an seinem bevorstehenden Schicksal mit der Hoffnung das er es doch noch abwenden kann. Leider hat der Film ab der Mitte viele Thrillerelemente die sich zum Schluss hin steigern. Hier hätte ein etwas reinerer Weg zum Drama dem Film besser getan. Die Nebendarsteller tauchen neben Guy Pearce unter, die Figur des Vacaro (gespielt von J.K. Simmons) wird mit Klischees belastet, Piper Perabo als Jimmy's Freunden fällt nicht weiter auf und auch William Fichtner als sein sympathischer Partner bekommt wenig Leinwandauftritte. Der Score kommt dezent und ruhig rüber, das passt hervorragend zum Film. Ein sehenswertes Drama das mit weniger Thrillerelementen einen Punkt mehr verdient hätte. 7 von 10 Punkten Fido - Gute Tote sind schwer zu finden
Billy Connolly und Carrie-Anne Moss in einer Zombiekomödie von Andrew Currie. Die Bewohner eines idyllischen Örtchens in den 50er Jahren brauchen dank einer Erfindung der Firma ZomCon weder schlecht bezahlte jobs nachzugehen noch sich um die Hausarbeit kümmern. Denn besagte Erfindung ist ein spezielles Halsband. Nachdem die Welt von Zombies angegriffen wurde, ist es den Menschen dank dieses Halsbandes möglich die Untoten zu kontrollieren. ZomCon als mittlerweile großes Imperium, hat Sicherheitszonen eingerichtet, gibt Sicherheitsunterricht zum Thema Zombie an Schulen und verleiht diese ebenso gegen Entgelt an die Bewohner. Die Familie Robinson führt ein beschauliches und leichtes Leben im Anfangs erwähnten Städtchens, ohne dabei die Hilfe eines Dahingeschiedenen entgegenzunehmen. Um Ihren Ruf in der Nachbarschaft zu wahren, entscheidet sich Frau Robinson dann dennoch einen Z als Haushaltshilfe zu mieten und verärgert dabei Ihren Ehemann der eine Phobie gegen diese Wesen hat. Ihr kleiner Sohn Timmy gibt dem Untoten den Namen 'Fido' und beginnt eine Freundschaft aufzubauen. Als jedoch eines Tages das Halsband kurz ausfällt, beginnt die Katastrophe... Ich hatte mich auf den Film wahrlich gefreut, eine Kommödie über Zombies in den 50er Jahren die als Arbeitssklaven eingesetzt werden klang einfach kultig. Doch leider entpuppte sich der Film nach einem wunderbaren Intro als sehr langatmig und überhaupt nicht witzig. Sowohl die Kulissen als auch die Austattung des Dörfchens und deren Bewohner sind gut gelungen. Doch die wenigen humorvollen Einlagen wollen nicht zünden, dazu kommt noch ein wirklich grässliches Makeup der Untoten und ein seichter Plot das einen zum gähnen bringt. Schade eigentlich, so bleibt 'Shawn of the dead' noch meilenweit ungeschlagen in diesem speziellen Genre. Punkte geb ich hier für die Kulissen, der Deko und der Idee. 3 von 10 Punkten. |
||||||
| |
||||||